Restaurierung Liederbuch und Schreibheft Jost und Katharina Traupel

Mit Förderung durch die Kulturstiftung GiGu e.V. und der Stadt Ginsheim-Gustavsburg gelang 2018 die Restaurierung des Liederbuchs von Johann Jost Traupel von 1826 und dem Schreibheft der Katharina Traupel, begonnen im Jahr 1838.

Die Arbeiten wurden von der Diplom-Restauratorin Barbara Hassel in Frankfurt ausgeführt.

Entdeckt und restauriert

An der Mündung des Altrheins steht bei KM 492,9 am Rheinufer ein Schild „Grenze zwischen Rhein und Altrhein“.
Seit wann und wer es einstmals aufgestellt hat, konnte nicht ermittelt werden.
Auch die rechtliche Bedeutung war beim Wasserschifffahrtsamt Mannheim, der Wasserwirtschaftsverwaltung der Bundesrepublik und der Stadt nicht zu klären.
Aber alt ist es, bestimmt an die hundert Jahre. Und so verwitterte die Schrift und der Rost machte sich breit, bis der Heimat- und Verkehrsverein sich des Kleinods annahm und Vereinsmitglied Josef Iberer die Spuren der Zeit fachmännisch und liebevoll beseitigte. 
Jetzt ist vom Schiff, Boot, Nachen oder Kanu aus wieder zu lesen, wo sie sein soll, die Grenze zwischen Rhein und Altrhein.

            

Ginsemer Gebabbel

Neuauflage von einem Projekt von Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule Mainspitze vom 2.5.1988 bis 07.05.1988 im Oktober 2017 – Hans-Benno Hauf gebunden, 80 Seiten, u.a. mit:

 

Gebabbel vum Oofoang bis End                                                                                                   

Aabee                                  --->     WC ohne Wasserspülung

Aabeemick                          --->      dicke fette Schmeißfliege

aasch padend                     --->      tüchtige Hausfrau                                                                                          


Redewendungen

Zwei Freunde unterhalten sich über einen Dritten. Ein Hinzukommender fragt, von wem sie sprechen und bekommt diese scherzhafte Antwort: 

,,Ääwe iss es die Eck erum unn hot Schubbkarrn geraachd unn die Peif gedrückt" 

                                        

 Kinder und Kinderspiele           

Bummele, bummele Hollerstock

wieviel Herner hoat de Bock?

Wieviel Finger stehn?

Hesde liewer (2) geroade,

wersde net gebumbelt worn.

Spiel, bei dem ein Partner dem anderen auf den Rücken ,,bumbelt“ und anschließend  einige Finger abspreizt. Der Partner muss raten, wie viele es sind. Hat er falsch getippt, wird der zweite Teil aufgesagt und von vorne begonnen. 

 

 

Das „Postgässje“

Das „Postgässje“ – offiziell Hauptstraße zwischen den Häusern 57 und 59 – wurde als öffentlicher Weg von und zur Dammstraße und Hauptstraße am 27. August 1884 zwischen dem Ortsvorstand der Gemeinde und den Hofraithenbesitzern Johannes Rauch II und Georg Rauch IV vertraglich festgelegt.
Die feierliche Zusatzschildenthüllung nahm Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha am 23. August 2017 vor.

Vergilbt, zerfleddert, schwer zu entziffern


Teils unleserlich und gerade deswegen doch eines der wertvollsten historischen Büchlein Ginsheimer Geschichte:  Das Gänsezehnt-Verzeichnis.

Begonnen 1759, beendet 1828 enthält es 61 Vor- und Familiennamen, die in Ginsheim leben und den Gänsezehnt abliefern.

Die dringend notwendige Konservierung und Restaurierung erfolgte im Auftrag des Heimat- und Verkehrsvereins 2017 von Diplom-Restauratorin Barbara Hassel, Frankfurt.

Auszeichnung der Stadt

Auf Vorschlag des HVV wurde Pfarrer i.R. Heinrich Tischner aus Bensheim für seine langjährige Unterstützung des HVV und der Stadt bei der Übertragung und Erschließung von Jahrhunderte alten Schriften, Urkunden, Protokollen aus der Ginsheimer Geschichte am 8. Dezember 2016 mit dem Silberbarren der Stadt ausgezeichnet.
Zuletzt arbeitete er gut ein Jahr lang an der Übertragung und Kommentierung des Ginsheimer Gerichtsbuchs von 1592 – 1684



  von links:
 
Ingrid Tischner, Heinrich Tischner,

  Bürgermeister Thies Puttnins-von-Trotha,

  2. Vorsitzender Hans-Benno Hauf

Straßennamen im Volksmund

Milchgass“ enthüllt!

2016 konnten in Kooperation mit der Stadt zwei Straßenzusatzschilder finanziert werden.

Die Gustav-Adolf-Straße, 1914 angelegt und nach dem Schwedenkönig Gustav Adolf (1594 – 1632), dem Namensgeber des Stadtteils benannt, wurde im Volksmund „Milchgass“ getauft.

Das kam daher, weil allein in dieser kleinen Straße es zwei Milchgeschäfte gab, alle auf der südöstlichen Straßenseite gelegen.

Ginsheimer Schutzbrief und Pergamenturkunden aus dem 16. und 17. Jahrhundert restauriert

Am 13. August 1734 stellt Prinz Eugen von Savoyen, der mit einem kaiserlichen Heer in und um Trebur lagert, dem Dorf Ginzheim einen Schutzbrief (Salva Guardia) aus und befiehlt darin allen Soldaten, Häuser, Scheunen, Felder und Ernten zu schützen und zu schonen.

Die Restaurierung der Urkunden erfolgte durch die Frankfurter Diplom-Restauratorin Barbara Hassel im Auftrag des Heimat- und Verkehrsvereins.

Mit Unterstützung der Hessischen Landtagsabgeordneten Sabine Bächle-Scholz und Kerstin Geis wurde das Projekt vom Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst Boris Rhein mit einem Bescheid in Höhe von 40 % der Restaurierungskosten gefördert.“

Historisches Grabkreuz der Maria Christina Diether, geb. Blum, 13.08.1827 – 14.12.1900


Das gusseiserne Kreuz, eines der wenigen erhaltenen Erinnerungsstücke,  stand früher auf dem bis 1900 belegten Friedhof an der Neckarstraße Ecke Münchner Straße, der nach Ablauf der Ruhefristen abgeräumt wurde.

Die Bearbeitung und Restaurierung erfolgte von Horst Seil im Jahre 2014/2015.

Nach Recherche der Lebensdaten und Ausstattung mit einer besonders angefertigten Emaille-Platte erfolgte die Anbringung an der Sandsteinmauer auf dem Ginsheimer Friedhof im November 2015

„Zeitzeugen erinnern sich“

Die Brandnacht in Ginsheim am 24./25. April 1944

Am 24. Mai und 5. Juli 2014 kamen insgesamt 16 Zeitzeugen im Heimatmuseum zusammen, um in zwangloser Runde von ihren Erlebnissen zu berichten, als in Ginsheim Brandbomben einschlugen.
Gebäude und Scheuern gingen in Flammen auf und die evangelische Kirche zerfiel in Schutt und Asche. Die Gesprächsrunden unter Moderation von Hans-Benno Hauf wurden professionell gefilmt und später zu einem 70 minütigen Film geschnitten.
Die Vorstellung für die Öffentlichkeit fand am 5. November 2015 im voll besetzten Kommunalen Kino in Gustavsburg statt. Als Vorspann konnte der ZDF-Dokumentarfilm über die Bombardierung von Mainz „Als Feuer vom Himmel fiel“ gezeigt werden.
Die musikalische Umrahmung hatte ein Streichertrio der Musikschule Mainspitze übernommen.
Die Finanzierung des Projektes teilten sich das Kulturbüro der Stadt und der Heimat- und Verkehrsverein.

Zeitzeugen:

Georg Blum – Georg Dürr – Werner Fauth † - Elisabeth Gerlitzki † - Rudolf Guthmann – Gisela Hollfoth – Hildegard Kastrup – Hermann Merten
Erna Rauch † - Jakob Reinheimer – Hedwig Rüd – Herta Schneider – Günter Seitz –Hilde Watrin †- Theresa Wiedemann – Wilhelm Kirschner

Transkription Ginsheimer Salbuch von 1669

Das Ginsheimer Salbuch von 1669 (1)

Das Ginsheimer Salbuch ist ein wertvolles historisches Dokument, das teilweise sehr detailliert über das Grundvermögen und die regelmäßigen Einkünfte der Pfarrei berichtet.
Es wurde am 12. Februar 1669 mit ersten Eintragungen von Pfarrer Johann Conrad Nicolai begonnen. Er beruft sich auf eine 1598 von den Ysenburger Grafen erlassene Anweisung zur ständigen Besoldung der Ginsheimer Pfarrei, zu der auch der Hof in Meersheim (heute Schönauerhof) und die Pfarrfiliale Bauschheim gehörten.
Über die Abgaben erhalten wir ein recht genaues Bild, was in Ginsheim um das Jahr 1600 angebaut(2), welches Vieh(3) gehalten wurde und welche Zahlungsmittel(4) Gültigkeit hatten.
Eingetragen wurden mit genauem Datum auch, wer wem welche Grundstücke vererbt hat, wie die Bezahlung der Schullehrer in Naturalien und Geld erfolgte, welche Pflichtaufgaben der Pfarrer im Hof Meersheim hatte und welche genauen Entlohnungen für jede Amtshandlung dem Ginsheimer Geistlichen verbrieft zustanden.
Die Aufzeichnungen der Pfarrer Nicolai(5), Kröll(6) und Wickenhöfer(7) in dem von Pfarrer Emil Ohly(8) 1889 in Darmstadt in der Werkstatt des Heinrich Lautz restaurierten Salbuchs geben Auskunft über heute so nicht mehr geläufigen Gewannbezeichnungen.
Ahnenforscher können fündig werden zu vielen Familiennamen im 17. und 18. Jahrhundert.

Ermöglicht hat uns dies im Auftrag des Heimat- und Verkehrsvereins Herr Pfarrer im Ruhestand
Heinrich Tischner aus Bensheim in wochenlanger Arbeit mit einer im Jahr 2015 entstandenen Transkription mit Verweisen und Erläuterungen.

Hans-Benno Hauf Stadtschreiber in Ginsheim-Gustavsburg

(1) Verzeichnis des Grundvermögens und der regelmäßigen Einkünfte im Original erhalten im historischen Archiv im Heimatmuseum Ginsheim
(2) Korn, Kraut, Rüben, Flachs, Hirse, Äpfel, Birnen, Nüsse. Abgaben in Wein und Ölen waren bedeutsam, ebenso in Holz
(3) Pferde, Kühe, Kälber, Schweine, Schafe, Gänse
(4) Gulden, Kreuzer, Pfennig, Albus, Denarius, Kopfstück
(5)Johann Konrad Nicolai, ev. Pfarrer von 1667 bis 1690 in Ginsheim
(6) Johannes Kröll, ev. Pfarrer von 1706 – 1736 in Ginsheim
(7) Ernst Emanuel Wickenhöfer von 1828 – 1842 ev. Pfarrer in Ginsheim
(8) Emil Ohly, 1875-1890 ev. Pfarrer in Ginsheim

Restaurierungen

2012 - Ginsheimer Weistümer aus den Jahren 1600, 1641 und 1653 sowie Flur- und Gewandbuch von 1701-1810


Mainzer Rheinzeitung / 19.07.2012

2015 – Ginsheimer Gerichtsbuch 1592 – 1684


Gerichtbuch-SüdhessenWoche 05.08.2015

Vor und nach der Restauration

Projekt Straßennamen im Volksmund

Im Jahr 2011 greift der Heimat- und Verkehrsverein eine Idee auf und beginnt eine Aktion, an die im Volksmund gebräuchlichen Straßen- und Ortsbezeichnungen auch „sichtbar“ zu erinnern.

Begonnen hatten 2004 die Anwohner der Elisabethenstraße, der „Sandgass“, und der Friedrich-Ebert-Straße, die 2005 das Zusatzschild „Leibwehgass“ erhielt.
2011 war es das Zusatzschild „Kerschgass“ für den Bereich zwischen Hauptstraße am Heimatmuseum und der Dammstraße hin zur Kirche. Dann folgte 2012 die „Backesgass“, der Verbindung der Hauptstraße und Dammstraße, an dem seinerzeit das alte Gemeindebackhaus lag.

2013 sind wir in den Stadtteil Gustavsburg gewechselt zu einer Stelle, die früher noch nicht aufgefüllt war. Das Gelände, umschlossen von der Darmstädter Landstraße als ansteigende Rampe zur Kostheimer Brücke, dem parallel des Mains verlaufenden Hochwasserdamms und der heutigen Straße Am alten Fährhaus, lag auf Mainvorlandhöhe und war bis vor ca. 50 Jahren mit einem Flachbau und zwei kleinen, zweigeschossigen Häusern bebaut.
Hin zur Brückenauffahrt und dem Hochwasserdamm befanden sich für die Bewohner kleine Grabgärten.

Fragte man damals „uff de Bursch“ nach der Adresse, hieß es „in de Froschkaut“./ Hf